Monika_Estermann_Interludium.jpg

Und: Günter Benser, Dagmar Goldbeck, Anja Kruke (Hg.): »Bewahren – Verbreiten – Aufklären«, Supplement, Bonn 2017, 165 Seiten

von Gerhard Engel

2009 ging aus einer Gemeinschaftsarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. Bonn und des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. Berlin eine Biographien-Sammlung hervor, die sechzig verdienstvollen Sammlern, Archivaren und Bibliothekaren ein Denkmal setzte. Kürzlich nun erschien ein Supplement, das sechzehn weitere Persönlichkeiten behandelt. Beide Bücher enthalten insgesamt 61 schwarz-weiße Porträtfotos, die es uns erlauben, den Gewürdigten auch ins Gesicht zu sehen. Die biographischen Skizzen sind unterschiedlich ausführlich, was vor allem der Quellenlage geschuldet ist.

0
0
0
s2smodern
powered by social2s

von Siegfried Prokop

Das Heft 1 erschien im Januar dieses Jahres. Die Mehrheit der Beiträge bezieht sich auf den Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen.

Vera Bianchi befasst sich mit Frauenorganisationen der Anarchistinnen in Deutschland und Spanien. In Deutschland wurde 1920 der Syndikalistische Frauenbund gegründet, in Spanien kurz vor Beginn des Spanischen Bürgerkrieges die Mujeres Libres (Freie Frauen). Beide Organisationen kamen trotz Unterschieden der Berufstätigkeit der Mitglieder und der Frage, ob Männer zugelassen sind, zu ähnlichen Positionen, die sie mit vergleichbaren Aktivitäten unterstützten. Ihr Hauptziel bestand in der Errichtung einer freien Gesellschaft für alle Menschen. Mittelfristige Ziele lauteten: Bildung und Erziehung von Frauen und ihre Gewinnung für die anarchistische Bewegung. Durch die Herausgabe von Zeitungen, die Durchführung von Bildungs- und Ausbildungskursen sowie von Vortragsabenden zu aufklärerischen Themen konnten viele Frauen erreicht werden.

0
0
0
s2smodern
powered by social2s

von Holger Czitrich-Stahl

Wie über Paul Singer, Georg Ledebour, Arthur Stadthagen oder Kurt Rosenfeld lässt sich leider auch über Paul Levi (1883-1930) feststellen, dass Leben und Werk dieses bedeutenden Sozialisten der späten Kaiserzeit, der Novemberrevolution und der Weimarer Republik weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Allein die in Ursprünglichkeit in Berlin, jetzt in Dortmund erscheinende linkssozialdemokratische ›Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft‹ (spw) erinnert durch ihren Namen seit rund vier Jahrzehnten an jene politische Zeitschrift, die Paul Levi 1923-1928 herausgab und die fortan mit dem ›Klassenkampf‹ von Max Seydewitz, Kurt Rosenfeld etc. fusionierte und den marxistischen Flügel der SPD programmatisch repräsentierte. Dass Thilo Scholle, ehemaliges Bundesvorstandsmitglied der Jungsozialisten in der SPD und Redakteur der aktuellen spw jüngst eine 82seitige handliche und hervorragend lesbare Kurzbiographie Paul Levis veröffentlichte, ist somit zu begrüßen. Diese Schrift, erschienen in der Reihe ›Jüdische Miniaturen‹ als Band 206 bei Hentrich und Hentrich, steht im Kontext der Rekonstruktion der umwälzenden Entwicklungen von 1917-1919, die als russische Oktoberrevolution und als Novemberrevolution in Deutschland das politische Antlitz Europas und der Welt für Jahrzehnte veränderten. Der Autor verweist in seinen einleitenden Bemerkungen auch auf die Desiderate der Levi-Forschung; immerhin befindet sich seit kurzem eine Gesamtausgabe in der Erarbeitung.

0
0
0
s2smodern
powered by social2s
POLITIK GESELLSCHAFT KULTUR GESCHICHTE
Deutschland Modelle Fluchten Zeitgeschichte
Europa Identitäten L-iteratur Personen
Welt Projektionen Medien Entwicklungen
Besprechungen Besprechungen Ausstellungen Besprechungen
    Besprechungen  

Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.