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von Lutz Götze

Mark Twain soll einmal gesagt haben, der Herrgott habe am Anfang Mauritius erschaffen und erst danach das Paradies. Käme der Dichter heute auf die Insel, so müsste er bekennen, dass er einem furchtbaren Irrtum erlegen war.

Die Insel im Indischen Ozean liegt nahezu 11 000 Kilometer von Mitteleuropa entfernt und wird nach langer Pandemiepause, jetzt wieder von einer Vielzahl von Fluggesellschaften bedient. Der moderne Flughafen Seewoosagur gerät in Stoßzeiten bereits jetzt – vor der Hauptsaison – an seine Grenzen. Stundenlange Wartezeiten an den diversen Kontrollschaltern erwarten den Reisenden, der von den 11 Stunden Nachtflug ohnehin genervt ist. Übermüdete schreiende Kinder steigern das Unwohlgefühl.

von Johannes Eisleben

Die ersten 20 Artikel unserer Verfassung enthalten im Wesentlichen die Menschenrechte, die sich aus dem Naturrecht entwickelt haben. Sie sind derzeit teilweise aufgehoben. Diese Einschränkungen der Menschenrechte schreitet in allen westlichen Gesellschaften weiter voran, die ›freedom days‹, die derzeit in vielen Ländern ausgerufen werden, sollten uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Tendenz anhält und sich weiter verschärft. Es ist nicht zu erwarten, dass das überpositive, normative Naturrecht ohne weiteres wiederkehrt, sondern wir werden Zeugen seiner offenen Abwrackung.

Wie ist es zu dieser erschreckenden Entwicklung gekommen? Was sind ihre historischen und kulturellen Grundlagen?

von Wolfgang Rauprich

Zu Zeiten, in denen außer Corona, sogenannten Corona-Maßnahmen, Impfen und Impfpflicht sowie der Beschimpfung deren Gegner kaum noch ein anderes Thema öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen scheint, macht plötzlich ein Begriff, insbesondere unter Nerds, aber auch in den Medien und unter risikoorientierten Investoren die große Runde, der bislang allenfalls in der Science-Fiction-Literatur und im Film eine Rolle spielte: ›Metaverse‹. Und das, weil Marc Zuckerberg sein Imperium Facebook wohl aus gutem Grund in ›Meta‹ umbenannt hat. Als Logo dient ihm hierfür nicht mehr das allbekannte ›F‹ mit dem erhobenen Daumen, sondern ein etwas ›vereiertes‹ Unendlichkeitszeichen von dem Spötter behaupten, dass es bei flüchtigem Hinsehen dem Abdruck eines Gesäßes ähnele. Abgesehen davon spiegeln der neue Name und dieses Logo nur konsequent gewisse Entwicklungslinien wider, die im Prinzip in allen großen Tech-Konzernen im Silicon Valley und nicht nur dort virulent sind. Es ist in letzter Konsequenz die Idee von einer Welt, oder besser die Ideologie von einer kommenden Menschheit, die ihr Leben zunehmend in virtuellen Umgebungen zubringt, in denen Transhumanisten die menschliche Zukunft verorten.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.