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von Johann Lauer

Vulgärmarxistisches Framing beherrscht seit Jahren soziale und wirtschaftliche Kontroversen; Infantilisierung und Polarisierung des Diskurses sind die Folgen. Kapitalismus (Marktradikalismus) oder Sozialismus (Staatswirtschaft) werden als die einzig möglichen Alternativen angeboten. Dies gilt nicht für den Diskurs über die Wohnungspolitik, sondern auch für die praktische Politik. Die Berliner Wohnungspolitik wird von sozialistischen im Verbund mit kapitalistischen ›Heuschrecken‹ gestaltet. Das Ergebnis ist eine sowohl teure als auch schlechte Versorgung mit Wohnraum. Berlin hat europaweit die niedrigste Wohneigentumsquote (14,2 Prozent in den osteuropäischen EU-Ländern liegt sie zwischen 78,5 und 96,8 Prozent), was Armut und Ungleichheit aufgrund von fehlendem Wohneigentum bedingt.

Eine adäquate Wohnungsversorgung ist erreicht, wenn 70 bis 90 Prozent der Haushalte Wohneigentum besitzen. Ein Anteil von circa 10 Prozent an sozialem Wohnraum für Bedürftige ist ausreichend, den Rest können private Wohnungsunternehmen anbieten. Wohneigentum trägt am besten zur Verbesserung der Vermögenssituation breiter Bevölkerungsschichten bei. Ungleichheit kann dann am wirkungsvollsten vermieden werden, wenn die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Wohneigentum erwirbt.

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von André Soudah

Die sinkende Gewaltschwelle ist längst Ausdruck dessen, dass unsere Staatsordnung von Links- und Rechtsextremisten bekämpft wird. Hinzu kommt, dass auch junge Einwanderer vermehrt unsere Gesellschaftsordnung nicht zu schätzen wissen und gegenüber der Polizei keinen Respekt an den Tag legen.

Erschwerend kommt hinzu, dass in der Polizei selbst ein Kastensystem vorherrscht. Die, die tagtäglich im Einsatz, sozusagen an der Front sind, und die, die den Verwaltungsapparat repräsentieren. Die erste Gruppe hält im wahrsten Sinne des Worte ihren Kopf für uns im Schichtsystem hin und läuft den Straftätern ständig nur noch hinterher, repräsentiert aber den kleineren Teil der Polizei. Der größere Teil sitzt in den Verwaltungsstrukturen (9 bis 17 Uhr) und verwaltet sich und das ganze Elend, das die Kollegen vor Ort zu Tage bringen. Die Mangelwirtschaft bei der Polizei ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

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von Lutz Götze

Der Terminus stammt von Arthur Schopenhauer, genauer: Er hat ihn von Aristoteles übernommen. Unter Rückgriff auf des Griechen »Sophistische Widerlegungen« definierte er:

»Eristische Dialektik ist die Kunst zu disputiren, und zwar so zu disputiren, daß man Recht behält, also per fas et nefas. Man kann nämlich in der Sache selbst objective Recht haben und doch in den Augen der Beisteher, ja bisweilen in seinen eignen, Unrecht behalten. Wann nämlich der Gegner meinen Beweis widerlegt, und dies als Widerlegung der Behauptung selbst gilt, für die es jedoch andre Beweise geben kann; in welchem Fall natürlich für den Gegner das Verhältniß umgekehrt ist: er behält Recht, bei objektivem Unrecht. Also die objektive Wahrheit eines Satzes und die Gültigkeit desselben in der Approbation der Streiter und Hörer sind zweierlei. (Auf letztere ist die Dialektik gerichtet)...«

Aristoteles hatte, in Auseinandersetzung mit den Sophisten Protagoras, Gorgias und anderen, seine dialektische Methode entwickelt, um deren Versuchen, mit Hilfe logischer Schlüsse im Dialog mit Andersdenkenden überzeugend zu wirken, zu widersprechen. Ihnen gehe es, so Aristoteles, nicht um Wahrheitsfindung, sondern um Anerkennung, möglicherweise auch um einen, freilich geringen, Grad an Wahrscheinlichkeit ihrer Aussagen: im Grunde aber um Täuschung. Voraussetzung dessen war ein Feuerwerk an Rhetorik, ein Blendwerk des stilistisch gelungenen Sprechens.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.