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von Ulrich Schödlbauer

Wenn man aufhört, Furcht vor dem Tod zu haben, wird das Leben plötzlich
schön, faszinierend und gänzlich unnütz.
E.M. Cioran

Pschyrembel 2020: Covid-19 + Vorerkrankungen.

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DER WESTEN † Todesursache: COVID-19 R.I.P. (»Test the West!«)

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Kein Schaden ist so groß, dass er nicht locker verantwortet würde, solange kein Anspruch auf Schadenersatz droht.

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Mit dem aufkommenden Anspruch auf Schadenersatz beginnt die Flucht aus der Verantwortung: »Hätten wir das damals gewusst, was hätten wir (nicht) getan!«

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von Steffen Dietzsch

Alles Lebendige erlebt Niedergänge; das ist ihm naturhaft eingeschrieben. Noch in der Aufklärung (im Dix-huitième) hat man mit dieser Einsicht geschichtliche Prozesse und politische Großstrukturen (Staaten, Reiche, Kulturkreise) analytisch beschrieben. Die wurden metaphorisch als Lebewesen begriffen, – mit naturgesetzlich beschränkter Lebensdauer zwischen (Geburt) ›Jugend‹ und ›Alter‹ (Tod). In dieser Tradition hofft der Autor, man möge ihm »zugestehen, dass das Konzept des Niedergangs eine fundamentale Kategorie historischer Interpretation ist.« (14) – Als einst Kant (im Streit der Fakultäten, II,3.a-c) daran ging, Begriffsunterscheidungen von dem zu machen, was man von der Zukunft zu wissen glaubt, da hat er dieses Konzept die ›terroristische Vorstellung der Menschengeschichte‹ genannt; dem entgegengesetzt sei dann die ›eudämonistische‹ Vorstellung, die als eine bloß ›sanguinische Hoffnung‹ aber ebenso wenig aus wirklichen Gründen heraus zu begründen wäre.

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von Ulrich Schödlbauer

Dass er auf seine alten Tage zum Provokateur werden sollte, kam Fac ten Chek nicht in den Sinn. Einträchtig schritt er an der Seite von Humby Humby die Stufen des Kapitols hinunter. Wer nicht wusste, dass der eine ein vietnamesischer Geschäftsmann und ehemaliger kommunistischer Frontkämpfer, der andere ein vor zwei Menschenaltern verurteilter Sexualstraftäter war, den man heute zu den reichsten Menschen der Erde zählt, hätte sie für zwei beliebige, in ein langes, etwas einseitig geführtes Gespräch vertiefte Passanten halten können, was sie zweifellos auch waren.

Worüber sie sprachen? Über T. Wer ist T? Ein Thema, über das man nicht miteinander, sondern gegeneinander spricht: ein Polarisator. Fragt einer, was an ihm polarisiert, so erhält er die sibyllinische Antwort: alles. Da dies nach menschlichem Ermessen unmöglich ist, bedeutet die Antwort: T steht für alles oder alles Mögliche. Dabei ist T so wirklich wie nur möglich. Es wäre also an der Zeit, über den wirklichen T zu reden.

Gerade das scheint unmöglich. Gäbe es sie noch, die Gänse des Kapitols, man hörte sie aufgeregt hinter den beiden schnattern: »Was redet ihr da?« Was reden sie da? Das kommt auf den Lauscher an. Sicher scheint: Der Vorgang T, einmalig in der Geschichte seines Landes, verdient eine Betrachtung diesseits des Eifers, der ihn vorantreibt und dabei so seltsam blind gegenüber den eigenen Motiven anmutet, dass ein unbeteiligter Betrachter versucht sein könnte, sich die Augen zu reiben, um sie den Akteuren versuchsweise zur Verfügung zu stellen – nur für kurze Zeit, eine Zwischenzeit, doch natürlich bliebe das, wie so vieles, ein Impuls in einem fast leeren Raum.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.