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Peter Hacks erzählt: Ein Hase saust in tödlicher Angst über die Felder, ein zweiter Hase schließt sich ihm an. Nach ein paar hundert Meilen fragt er: Übrigens, wovor fliehen wir eigentlich? – Sie haben, entgegnet der erste Hase, ein Gesetz erlassen, demzufolge allen Hasen das fünfte Bein abgesägt wird. – Wenn das so ist, sagte der zweite Hase, aber wir haben doch beide nur vier Beine. – Du kennst sie nicht, sagte der erste, erst sägen sie, dann zählen sie.

Hat uns diese Fabel heute noch etwas zu sagen? Ich meine schon, wenn es zum ›guten Ton‹ gehört, den Autor Thilo Sarrazin spektakulär aus Talkshows auszuladen, weil er ein fremdenfeindlicher Rassist oder verkürzt ein Faschist sei, der die einfachen Leute verachte, weil ihnen der Wille zum sozialen Aufstieg fehle. Oder: Wenn es nicht als ungehörig gilt, jeden Abgeordneten der AfD vom Amt des Vizepräsidenten im Deutschen Bundestag auszuschließen, ohne Rücksicht auf die Einzelperson, die gerade kandidiert. Oder: Wenn Universitätsrektoren und Hochschulpräsidenten wissenschaftlich ausgewiesenen Personen im vorauseilenden Gehorsam Auftritte im akademischen Bereich verweigern, weil sie studentische Minderheiten oder politische Aktivisten nicht verärgern wollen? Die Beispiele könnte man beliebig fortsetzen. Doch was nützt uns in dieser Situation das Werk von Peter Hacks, vielleicht auch eine Rückbesinnung auf sein streitbares Leben?

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von Ulrich Schödlbauer

Es wäre schon schön, sprach der Strauß zum Emu, wenn in diesem Land nicht alle immerfort den Kopf in den Sand stecken würden, in der irren Hoffnung, die Kavalkade der Schnapsfiguren wäre vorüber, wenn sie ihn wieder herausziehen. Wie irre ist das denn? Trunkenheit am Steuer muss geahndet werden, solange es Steuer gibt. Wird Fahren autonom, kann man sich seinen Mitfahrenden zudrehen und abwarten, wohin das führt. Wohin wird es schon führen?

Das kann ich dir sagen, sprach der Emu, es führt nicht zu mehr Kontrolle, wie die Leute meinen, sondern dazu, dass Bewegung und Kontrolle miteinander verschmelzen und eins werden. Was das bedeutet, weiß heute keiner. Nachher werden es alle wissen. Daher geht es uns im strikten Sinne nichts an. Was uns angeht...

Hör mal, sprach der Strauß zum Emu, willst du sagen, dass uns nichts angeht, was alle angeht? Das finde ich jetzt ... gewöhnungsbedürftig.

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von Ulrich Siebgeber

Setzt zu Herrn euch über das Willkommen,
macht zur Norm die eigene Hässlichkeit,
prahlt, als wäret ihr die frommen
Wächter wider der Vergangenheit

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.