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Legende

von Ulrich Siebgeber

1

Als er fünfzig war und noch gelenkig
und das Land gab einfach keine Ruh,
nahm er Rat an, sprach: »Das denk ich ganz persönlich
auch und leg noch eins dazu.«
Und er plante seinen Coup.

2

Um den Wahnsinn endlich voll zu machen,
denn auch er, so hieß es, wurde langsam dreist,
hisst die Schöne Gute einen Drachen,
der Erfolg dem Wendigen verheißt,
falls er wendig um sich selber kreist.

3

Denn das Land war völlig aus dem Häuschen,
gute Freunde gingen sich ans Hemd.
Altgediente Pfeifer spielten Mäuschen.
Erichs Katze, feist und fremd,
mustert den gelehrten Kämpfer, dem die Büchse klemmt.

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Berlin, Mitte, Schumannstrasse 12-13A, Deutsches Theater und Kammerspiele 04.jpg
By Beek100 - Own work, CC BY-SA 3.0, Link

von Stephan Hilsberg

Kurz nach Weihnachten wollte ich ganz spontan in Berlin ins Theater gehen. Ich ging direkt zum Deutschen Theater, das liegt bei mir um die Ecke, und wählte eine Inszenierung der Kammerspiele: Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer von Bertolt Brecht. Für dieses Stück gab es noch Karten und ich kannte es nicht, hatte es weder gelesen, noch je davon gehört. Es gab zwei Sorten Karten, ich nahm die zu 30 Euro, direkt auf der Bühne, mitten im Stück.

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Die Rautevon Ulrich Siebgeber

Als die hohe Frau
von ihrem Stuhl herabstieg,
begegnete sie
dem Zeichen des Halbmonds.
Auf ihre erstaunte Frage,
worum es sich dabei handle,
ergriff ein kleiner Dicker das Wort
und belehrte sie feixend,
es bedeute ›Der Weg‹.