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von Gunter Weißgerber

Autobiografisch? Biografisch? Ein sympathisch packender Roman über wechselvolle Zeiten mit frei erfundener Handlung und ebenso erfundenen Personen? Jede Menge zeitbezogenes Detailwissen, jede Menge Zusammenhänge, die einfach passen? Cora Stephans Roman Ab heute heiße ich Margo fesselt als Familienroman und ist gleichzeitig ein gelungenes Sittenbild über das Leben in zwei Diktaturen, die mit ihren Tentakeln in der wiedervereinigten Bundesrepublik andockten.

Cora Stephan hat als Anne Chaplet das Krimischreiben geübt, was der Geschichte anzumerken ist, die bis zum Schluss die Spannung hält. Am Ende steht die anfängliche Frage noch immer im Raum: Was ist (auto-) biografisch, was wurde beigemischt? Für das erste Drittel des Buches vermutete ich biografische Elemente. Einige Geschehnisse gingen dadurch mental näher als Erzählungen es für gewöhnlich zu erzeugen vermögen. Aber vielleicht ist das auch nur der Eindruck, weil die Autorin ihre Figuren so lebensecht agieren lässt.

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Eurer Exzellenz melden wir gehorsamst, daß die … Kartoffelserie ›Hindenburg‹ den Sieg errungen hat

An der Kartoffel »Hindenburg« kann Deutschlands Weltkriegsniederlage 1918 nicht gelegen haben. Die gab im Herbst 1917 ihr Bestes und wurde klarer Sieger im Kartoffelerntekampf. So vermeldete es jedenfalls die Deutsche Kartoffelkulturstation per Telegramm an Generalfeldmarschall Hindenburg. Nachzulesen im Heeresbericht von Edlef Köppen (S. 253). Heeresbericht ist der Titel eines 1930 im Horen-Verlag veröffentlichten Romans von Edlef Köppen.

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von Gunter Weißgerber

Es war einmal ein junges Mädchen. Am liebsten hätte es wohl in der Welt von ›Tausendundeine Nacht‹ gelebt. Eine fremde, schöne Welt mit viel Glück am Wege. So wie es Märchen oft eigen ist.

Niemand, schon gar nicht ein Kind, nimmt den Inhalt eines Märchens wortwörtlich. Irgendwie klappt das mit dem Ausblenden, dem Überlesen auch sehr schlimmer Dinge in Geschichten, die uns doch so gefallen. So entstand wohl nie Mitleid mit der Hexe, die von Hänsel und Gretel verbrannt wurde. Auch glaubten wir, dass diese Hexe mit Hans und Grete Grausames vorhatte. Unsere Eltern, die es sicher besser wussten, was angeblichen Hexen an Folter angetan worden war, um den armen Geschöpfen abstruse Geständnisse zu entlocken, schützten uns vor den Wahrheiten hinter den Märchen. Niemand wollte uns die schönen Mythen zerstören. Schön sollten wir es haben.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.