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von Johannes R. Kandel

Ralph Ghadban, aus dem Libanon stammender Islamwissenschaftler, bekannt geworden durch eine Reihe bemerkenswerter kritischer Arbeiten zu Migration, Integration und Islam (vor allem zuletzt mit: »Arabische Clans«, 2018), legt ein neues Buch vor. Ghadban beschäftigt sich schon lange mit den Ursprüngen des Islam und seiner Entwicklung im Lichte westlicher Forschung und der muslimischen Tradition. Seit einigen Jahren finden bedeutsame akademische Debatten statt. Wichtige Beiträge dazu hat ›Inarah‹ geliefert, das ›Institut zur Erforschung der frühen Islamgeschichte und des Koran‹, an dem der Autor beteiligt ist. (Auch ist die Frühgeschichte des Islam 2012 von dem englischen Historiker Tom Holland, »Im Schatten des Schwertes« populär aufbereitet worden, J.K.)

Ein Monument

von Monika Estermann

In seinem schmalen Bändchen, Die Lust am Buch von 2019 (Insel-Bücherei 1464) berichtet Michael Hagner vom Besuch in einem Tel Aviver Kellerantiquariat. Hier fand er die Selbstbiografie von Josef Popper-Lynkeus aus dem Jahr 1917, die ausweislich eines kleinen Einklebers auf dem hinteren Einbanddeckel aus den Beständen des ehemaligen Wiener Antiquariats der Brüder Suschitzky stammte. Hagner stellte sich die Frage: »Was tun mit einem solchen Buch, das ein Flüchtling war und eine verknotete Geschichte zu erzählen hat?« (S. 59-63) Der Gedanke an das Schicksal der Suchitzkys blitzt in Hagners Kontext nur kurz auf, wie ein Glassplitter, auf den die Sonne trifft. Zur Geschichte dieses Unternehmen kann man jetzt in dem Werk von Ernst Fischer: Exilbuchhandel 1933-1945 nähere Auskunft finden. Nach Fischer wurde die Firma Suschitzky 1938 von den Nazis geschlossen. Wilhelm Suschitzky, einer der beiden Inhaber, hatte sich bereits 1934 das Leben genommen, während dem Bruder Philipp und seiner Frau zunächst die Flucht nach Paris gelang, beide aber dennoch 1942 in Auschwitz ermordet wurden. (Fischer 3,2 S. 882f und Bd. 3,3, S. 514-516) Die Buchbestände der Suschitzkys wurden beschlagnahmt und in alle Winde verstreut, einige gelangten auf unbekannten Wegen offensichtlich auch nach Israel.

von Gunter Weißgerber

»… und irgendwann bist du 40 und willst irgendetwas wieder und dann weißt du nicht mehr was und wofür und dann stehst du irgendwo – in der rechten Hand ‘n Fahrschein in der linken eine Klinke ohne Tür…« (aus »Klinke ohne Tür«/Text und Musik Bayer, 1981)

Thommie Bayer? Da war doch was! Richtig, es war Ende der 70er Jahre. Julia Edenhofer stellte in ihrer Disco 3 auf Bayern 3 eine deutschsingende Newcomergruppe namens Thommie Bayer Band aus Südwestdeutschland vor. ›Rockig, intelligente Texte, ein Geheimtipp‹, so habe ich die kundige Bayern-3-Moderatorin in Erinnerung. Julia Edenhofer und Georg Kostya (»Aus meiner Rocktasche«) gehörten mit vielen anderen Westradio-Musikvorstellern zu den mir zeitlebens gut in Erinnerung bleibenden Begleitern in Beat- und Rockzeiten.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.