Schreibverfahren in Medizin und Literatur– ein interdisziplinärer Blick

von Felicitas Söhner

Ärztliches Alltagshandeln ist geprägt von Schreibverfahren: medizinische Akteure protokollieren, beschreiben, empfehlen und halten in Akten fest. Technischer, diagnostischer und therapeutischer Fortschritt, administrative Anforderungen wie mechanische Aufzeichnungsformen nehmen und nahmen Einfluss auf medizinisch-epistemische Genres. Der vorliegende Sammelband geht zurück auf eine Ringvorlesung internationaler Wissenschaftler der Mercator-Forschergruppe Räume anthropologischen Wissens an der Ruhr-Universität Bochum in den Jahren 2011 und 2012. Darin konzentrieren sich die Herausgeber Yvonne Wübben, Medizinerin und Literaturwissenschaftlerin, und Carsten Zelle, Germanist, auf das Verhältnis von Literatur und Medizin.

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… neulich im Einstein,

aber diesmal wieder bei Einstein Bros. in Boulder/Co, las ich bei meiner Tischnachbarin auf der Rückseite einer sie augenscheinlich amüsierenden Lektüre: He is an asshole, the problem with Taleb is that he is right. Es war der gerade erschienene Band Skin in the Game. Hidden Asymmetries in Daily Life von Nassim Nicholas Taleb.

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von Gunter Weißgerber

Der Berliner De Gruyter Verlag überraschte Anfang des Jahres mit dem Reprint eines Buches von 1997. Das Ende der Kritik von Ulrich Schödlbauer, einem klugen Beobachter gesellschaftlicher Ermüdungsprozesse, die er aus seiner Sicht als ›Ende der Kritik‹ beschreibt.

Was bewegt einen Verlag, ein Buch nach über 20 Jahren erneut und zu keinem Massenwarenpreis zu veröffentlichen? Um dem Verfasser einen Gefallen zu tun? Sicher nicht. Zumal der Verfasser vom Reprint erst nach der Veröffentlichung erfuhr. Um Geld zu machen? Das sicherlich ebenfalls nicht. Ist der Titel auch eingängig und appetitanregend, der intellektuell anspruchsvolle wie wuchtige Text macht Arbeit. Der Markt dagegen bedient Schnellleser und füttert mit kurzen Parolen an.

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