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von Stephan Hilsberg

(Hilsbergs Text ist die Erwiderung auf einen Beitrag von Klaus-Rüdiger Mai mit dem Titel »Der Tag, an dem ich Ostdeutscher wurde. Sind ehemalige DDR-Bürger Migranten?«, der in der NZZ erschienen ist (hier – Red. –)

1. Ich denke immer, dass man sich die Schuhe, die einem hingehalten werden, nicht anziehen muss. Wenn Dich also andere zu Ostdeutschen machen, bist Du das noch lange nicht. Ich lass mir doch von anderen nicht sagen, was ich bin. Das entscheide ich schon selbst.

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… neulich im Einstein

bemerkte ich wieder einmal, wie erhellend die alte hermeneutische Praxis, Dinge, die sich noch nie begegnet, miteinander konfrontiert und so begriffen zu haben, fürs Alltagsverstehen sein kann. Zwei aktuelle Fälle von (Putativ-)Notwehr – die Zerstörung eines Kunstwerks und die eines Menschen …– lassen sich aus ein und demselben Motiv heraus erklären: der Angst, dem Vorwurf, den Anfängen doch nicht rechtzeitig gewehrt zu haben (neudeutsch: Initialophobie). – Das bewegt den Akademischen Senat einer Berliner Hochschule, die spanischen Verse (Gomringers, von 1950) avenidas y flores y mujeres y un admirador vom Giebel ihrer Hochschule abzukratzen.

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...neulich im Einstein

das politische Polospiel schien ohne Sieger zu Ende zu gehen (›Repräsentanten‹ reiten den Gaul ›Souverän‹ zu Schanden), als ein alter Schweizer Freund an den Tisch kam. Er fragte nach den beiden Prinzipien, nach denen (a) im deutschen Parlament bestimmt wird, wer an der Regierungsbildung beteiligt werden darf, und wonach (b), bestimmt wird, wer diskussionslos von vorneherein von diesen Prozeduren auszuschließen sei. Denn offensichtlich spielen empirische Wahlergebnisse dabei keine Rolle.