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Bei den Wahl-Analysen fällt auf: Die Tatsache wird zu wenig betont, dass die AfD, so bedenklich ihr Erfolg auch ist, das von ihr erhoffte und von den Medien mit wohligem Schaudern seit der Europa-Wahl und ausgehend von diversen Umfragen hochgespielte Ziel, stärkste Partei zu werden, nicht erreicht hat. Fast klang es vorher so, als stünde eine zweite Machtergreifung vor der Tür. Aber drei Viertel der Wähler haben eben nicht AfD gewählt! Und das Viertel, das sie gewählt hat, kann eben nicht als Nazis oder Fälle für den Psychiater betrachtet werden, das unserer Fürsorge bedarf.

Vielleicht spielte die mediale Behandlung der Ostdeutschen auch eine Rolle beim weit verbreiteten Gefühl, nur Bürger zweiter Klasse zu sein, zumal im Westen der Osten insgesamt gerne für das bewusste Viertel der Wähler in Haftung genommen wird.
Auf jeden Fall muss neu über die Behandlung der AfD nachgedacht werde, so abstoßend etliche ihrer Exponenten und Teile des Umfelds auch sind. Auch, weil durchaus möglich ist, dass die AfD ihr Potential noch nicht ausgeschöpft hat. Die AfD einfach in die rechtsextreme Ecke zu stellen, vor allem aber ihre Themen, schreckt viele Wähler nicht ab.

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von Boris Blaha

Klimaschutzbewegung, Naturschutz-, Tierschutz-, Umwelt-, Ökologiebewegung, Friedens-, Flüchtlingsbewegung, Frauen-, Schwulen-, Lesben-, befreit die Irren aus den Psychiatrien-Bewegung, Anti-autoritäre-, Anti-Atom-Bewegung, Befreiungs-, Dritte-Welt-, Jugend-, Alternativ-, 68er- und Studentenbewegung. Bewegungen, so weit das Auge reicht. Sie sind uns heute schon so selbstverständlich geworden, dass wir das Ungewöhnliche daran kaum noch wahrnehmen. Fast scheint es, als könne man gar nicht anders leben, als Teil einer Bewegung zu sein. Wer am Rande stehen bleibt, dem Treiben staunend zusieht, kann nur ein Abgehängter, ein Zurückgebliebener, ein ewig Gestriger sein. 1980 wurden die Grünen als politische Partei gegründet, 1983 gelang ihnen erstmalig der Einzug in den Bundestag, die Bewegungen hatten nun auch eine politische Repräsentanz und zu Anfang der achtziger Jahre gab es eine gewisse Hoffnung, dass aus den Bewegungen, die die Grünen repräsentierten, auch eine politische Partei werden könnte. Zumindest war seinerzeit der Unterschied zwischen Partei und Bewegung noch Teil der öffentlichen Auseinandersetzungen.

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Als Westdeutscher fühle ich mich trotz jahrzehntelanger Beschäftigung mit der DDR eigentlich nicht berufen, zur gegenwärtigen Diskussion »Ist der Osten rechts« beizutragen.

Doch mir fällt auf, dass diese Diskussion vor allem von Westdeutschen geführt wird. Zu dieser Besonderheit dann doch einige Anmerkungen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.