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von Ulrich Siebgeber

Im Land der Ordentlichen
schürt die Ordnung
den Hass auf die Aufklärer.
Im Land der Aufgeklärten
erklärt das Pfarrhaus die Weltlage.
  
Auf Massenmord folgt
der Appell, nach Hause zu gehen
und keine Angst zu zeigen, es sei denn
den lieben Kleinen
in Büchern aus Pappe,
um sie zu wappnen.

Die Kriminalämter melden
besorgniserregende Graffiti,
verlangen ihre sofortige Löschung
zwecks Verbrechensbekämpfung.
Sprache, die jeder versteht.
Versteht sie sich selbst?
Das Verbrechen nimmt,
was es bekommt.
Es trägt seine Bürde
gelassen und heiter.

Allgemein lautet die Klage,
dass zuviel geklagt wird.
Nur die Klage schweigt.

Dem Land der Prozesse
fehlen Gesetze.
Wohin des Wegs?
Wer es weiß,
der ist schon gegangen.

Nicht jeder begreift,
worum es geht. Das liegt
am Unbegreiflichen teils und teils
an dem, der nicht begreift.
Unzufrieden sind die Zufriedenen
mit den Unzufriedenen, die nicht zu klagen haben,
demnach zufriedener sind
als die Zufriedenen.

Dem Krieg der Gläubigen
gehen die Länder aus.
Den Kriegen der Länder
gehen die Gläubigen aus.
Die Kämpfer erbitten Ausgang
und planen Abstecher.

Im Land der Ruinen
setzen viele auf den Ruin
der Politik.

 

 

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Mag sein, das Volk ist eine irrationale Größe. Doch daraus auf die Rationalität der Eliten zu schließen wäre, sagen wir ... nicht in Ordnung.

Und doch, man geht wie auf Strickleitern durch Ihre Texte. Immer mit einem Anflug von Höhenangst. Das strengt ganz schön an.
Laska Freyh auf Twitter

Ulrich Siebgeber: Der Stand des Vergessens

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.