von Heinz Theisen
Der große Realitätsverlust. Das Märchen von der ›Einen-Menschheit‹
Wie Marxisten einst Freiheit und Gleichheit so wollen die neuen Aufgewachten Diversität und Freiheit auf einer höheren Ebene aufheben - im bunten Regenbogen. In ihm leuchten alle Farben gleichwertig, wobei dunkle Farben und damit Leid und Böses nicht vorkommen. Dementsprechend genießen Grenzen und Gegenwehr keinen Stellenwert.
Statt richtig und falsch gibt es nur noch Gut und Böse. Statt Differenzierung herrscht Moralisierung. Das Böse findet sich nur bei denen, die dieser bunten Welt Skepsis entgegenbringen und an die dunklen Farben und die Notwendigkeit der Selbstbehauptung ihnen gegenüber erinnern.
Sie werden aus dem Diskurs und zunehmend aus Ämtern verjagt. Der längst ideologisierte Moralismus stellt sich keinem Zweifel. Er gilt sowohl absolut als auch global. Sein utopischer Optimismus über die Natur von Welt und Mensch setzt eine heile Welt der Lieferketten voraus, ein allseitiges Win-win, in dem Vorteilsnahmen, Korruption oder Krieg nicht vorkommen.
- Details
- Geschrieben von: Theisen Heinz
- Rubrik: Politik
von Heinz Theisen
Einen Endsieg der Ukraine mögen wir uns im Herzen wünschen, aber mit dem Verstand können wir ihn nicht wollen. Russland ist die zweitstärkste Atommacht der Welt und je erbärmlicher und erfolgloser die konventionelle russische Kriegsführung wütet, desto größer wird die Gefahr taktischer Atomschläge. Eine Kapitulation Russlands ist aus der Perspektive der Selbstbehauptung der russischen Führung kaum denkbar.
Andere Gefahren sind ausbleibende Weizenlieferungen nach Afrika und der wirtschaftliche Niedergang Europas. Die dauerhafte Kappung aller Verbindungen zwischen Russland und Europa, wie sie in den Wirtschaftssanktionen auf den Weg gebracht wurden, steht dem Aufbau einer multipolaren Weltordnung entgegen. Sie droht sowohl Russland als auch Europa zu Anhängseln einer bipolaren Ordnung zwischen China und den USA zu machen oder einem Zeitalter endloser Nullsummenspiele den Weg zu bereiten.
- Details
- Geschrieben von: Theisen Heinz
- Rubrik: Politik
Auch wenn wir schon von überstürzter Schnelligkeit im Krieg gehört haben, so haben wir noch nie von einer klugen, aber lang hinausgezögerten Operation gehört. Denn es hat noch nie einen langwierigen Krieg gegeben, der einem Land Nutzen gebracht hat.
Sun Tsi: Die Kunst des Krieges, Ziff. II.6 und 7.
von Helmut Roewer
Deutschland hat in den letzten 110 Jahren zwei Zweifrontenkriege geführt, die als Erster und Zweiter Weltkrieg in die Geschichtstabellen eingegangen sind. Es hat beide Kriege mit Pauken und Trompeten verloren. Vor sieben Monaten hat es erneut einen Krieg eröffnet, indem es in die sogenannten Sanktionen der USA gegen Russland eingestiegen ist, und, während ich diese Zeilen schreibe (Ende September bis Mitte Oktober 2022), ist die deutsche Regierung überdies mutwillig in einen Zweifrontenkrieg eingetreten, indem sie zusätzlich China den Wirtschaftskrieg erklärt hat. Für diejenigen Leser, die das für übertrieben halten, hier die zugehörigen Einzelheiten:
- Details
- Geschrieben von: Roewer Helmut
- Rubrik: Politik
- Das Wesen des Krieges in der Ukraine
- Der Ukraine-Krieg und die Notwendigkeit einer multipolaren Weltordnung
- Krieg und Unfrieden – einige Bemerkungen zum Ukraine-Konflikt
- Zur Aktualität eines Begriffs: Geopolitik in Geschichte und Gegenwart
- Kein stabiler Frieden in Europa ohne Russland
- Selbstbehauptung ohne Selbstbegrenzung?
- Der erste Neofeudalkrieg
- Rede auf der Abschlusskundgebung des Frankfurter Ostermarschs auf dem Römerberg am 18. April 2022
- Verzockt: Das Ende der US-Währungsdominanz
- Im Zeichen des O
- Die Ukraine und die Neuordnung Europas
- Die Wiederbegrenzung der westlichen Welt
- Die Taliban in Kabul und das Unverständnis im Westen
- Die Potsdamer Konferenz in ihrem historischen Zusammenhang
- Mehr Realismus in der Entwicklungspolitik
- Der Abzug aus Afghanistan und die absehbaren Folgen
- Politische Ideen des Westens im 21. Jahrhundert
- Alles wird wieder gut
- Scheitert Europa am Nahen Osten?
- Das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft
- Die Vereinigten Staaten von Amerika – 2020 durch Trump zutiefst gespalten?
- Vernehmliches Schweigen
- Was zählt. Bocksprünge im amerikanischen System
- Das Verhältnis zu Russland – Kern-Frage des Friedens in Europa
- Füllmich. Eine Pandemie wird zur Kasse gebeten
- 9/11, Moria und Moral
- Ende der Borniertheiten
- Grenzen und Möglichkeiten zur Unterstützung von Frauen in Afrika – Erfahrungen aus der Praxis der Anfangsjahre
- Globaler Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration
- Bevölkerungswachstum: Wer schweigt, verliert
- Vom Wahn und von der Erkenntnis
- Trump, Anti-Trump und keine Analyse
- Vanuatu – ein letztes Paradies?
- Überleben im Atomzeitalter
- Die Sanktionen gegen Putin und die hilfreichen Folgen für Russland
- Die Grenzen des Westens zum Nahen Osten
- Die Komplexität des Politischen Teil 2
- Die Komplexität des Politischen
- Zehn Thesen für ein weltoffenes Deutschland
- Enttäuschte Liebe
- Nutznießer der Niedertracht
- Provokationen zu Strategien
- Bolivien – ein Hoffnungsmodell?
- Chinas wachsende internationale Rolle und der Trump-Effekt
- Im Machtdreieck von Putin, Xi Jinping und Trump
- Die Streitkräfte Russlands. Entwicklung seit 1991 und Ausblick
- Don Giovanni in Cuzco
- Costa Rica – ein Modell für die Zukunft?
- Die Globusfalle
- Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung
- Kulturelle Hegemonie statt Globalisierung
- Buenos Aires 2016
- Die Ukraine, der Westen und Russland
- Die Nüchternen
- Brasilien beschweigt die Militärdiktatur: Wird die Wahrheitskommission zum Wendepunkt?
- Demokratien im Wandel: Wie Soziale Ungleicheit in Brasilien ab- und in Deutschland zunimmt
- Die Dilemmata eines zeitgenössischen Linksreformismus
- Freiheit für Ai Weiwei!
- Fluch und Segen der Entwicklungshilfe
- Irrtum Afghanistan
- Die Fabel von der Flexibilität
- Die Wurzeln des Terrors
- Notizen zur weltpolitischen Konjunktur
