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von Lutz Götze

›Siempre adelante con Evo‹ schreien die Parolen von Wänden und Mauern, als sich der Fremde, von Copacabana am Titicaca-See kommend, über üble Pisten und nicht zu Ende gebaute Vorstädte der bolivianischen Metropole La Paz nähert: ›Immer voran mit Evo‹, dem mythisch verklärten Präsidenten mit aymarischen Wurzeln. Vom armen Bauernsohn auf dem Altiplano ist Evo Morales 2006 zum bolivianischen Präsidenten aufgestiegen und erlebt jetzt, nach der Wiederwahl, seine zweite Amtsperiode. Er residiert, zumeist im alternativen Pullover, an der Plaza de armas im Zentrum der Millionenmetropole: Sitz des Parlaments und der Regierung, nicht aber Hauptstadt. Die bleibt unverändert, seit der Unabhängigkeit und Staatsgründung 1825, Sucre im Süden des Andenstaates.

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von Christina Breidenbach

Die Theorie, dass die US-Amerikanische Weltmachtstellung kippt, wird mit dem Einfluss Russlands im syrischen Bürgerkrieg und in der von Moskau beeinflussten Meinungsbildung in Südost- und Osteuropa immer deutlicher. Auch China nimmt seine Rolle als dominierender Akteur wahr und nutzt die Wahl Donald Trumps gezielt für seine Zwecke. Die chinesische Regierung sieht die Chance, durch die angekündigte Abschottung bzw. durch die eventuellen Rückläufe der USA international zu profitieren und sich zu profilieren.

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Die Neue Weltordnung 100 Jahre nach der Oktoberrevolution

von Gernot Erler

I. Von der »Pax Americana« zur multipolaren Weltordnung

Weltordnungen neigen dazu, länger zu halten. Sie wandeln sich nach dramatischen Ereignissen. Die letzte länger bestehende Weltordnung währte 40 Jahre lang, von 1949 bis 1989, und entstand in Folge des 2. Weltkrieges. Diese vier Jahrzehnte waren geprägt von der Blockkonfrontation, vom Kalten Krieg und von einem atomaren Patt, dessen Abschreckungswirkung funktionierte. Das Spannungsverhältnis zwischen Osten und Westen war nicht ganz neu, es ging eigentlich schon auf die Folgen der Oktoberrevolution von 1917 zurück.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.