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Von Ernmuhl at lb.wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link

von Heinz Theisen

Der Westen braucht eine neue Strategie

Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 und den gescheiterten Versuchen zum Aufbau einer von den USA geführten liberalen Weltordnung steht die Welt ohne erkennbare Ordnungsstrukturen da. Henry Kissinger sieht uns zwischen drohendem Chaos und einer noch nie dagewesenen Interdependenz lavieren (Henry Kissinger, Weltordnung, München 2014, S.10).

Die Staaten stehen nicht mehr nur anderen staatlichen Mächten, sondern einer Vielzahl von transnationalen Prozessen, global agierendem Kapital, asymmetrisch kämpfenden Terroristen, Schleppern, Drogen- und Menschenhändlern gegenüber, die sich der staatlichen Autorität zu entziehen trachten. Im 21. Jahrhundert ist nicht mehr ihre Stärke, sondern ihre Schwäche das Problem. Umso mehr wird eine Neuordnung der Staatenwelt gebraucht.

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von Lutz Götze

Der Wahlsieg Donald Trumps in den Vereinigten Staaten von Amerika hat die Welt erschüttert. Nahezu alle Auguren und ›Wahlforscher‹ hatten es bis zur letzten Minute für unmöglich gehalten, was jetzt geschehen ist. Sie müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie ihr, von Anbeginn an, unseriöses Geschäft nicht besser einstellen sollten, als weiterhin mit ihren Prognosen das Wählerverhalten zu manipulieren. Der Wahlsieg des Kandidaten der einstigen ›Grand Old Party‹ Abraham Lincolns war kein Betriebsunfall, sondern fügt sich ein in eine lange Kette populistischer, nationalistischer, chauvinistischer, rassistischer und antidemokratischer Entscheidungen der Wähler rings um den Globus. Allzu leichtfertig verkürzt als Meinungsäußerung der ›zu kurz Gekommenen, Abgehängten und Verlierer im Globalisierungswettstreit‹, handelt es sich in Wahrheit um ein Aufeinanderprallen höchst unterschiedlicher Kulturen.

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By Fabián Minetti (http://www.sxc.hu/photo/357407) [Copyrighted free use], via Wikimedia Commons

von Lutz Götze

Wir übernachten im Claridge, Tucumán 535. Das Hotel, im Herzen der Stadt zwischen der Florida und San Martin gelegen, verrät die Pracht früherer Jahre, in denen wir häufig davorstanden und den Glanz des alten England bewunderten, der die Fassade prägte. Leisten konnten wir uns damals eine Übernachtung freilich nicht. Jetzt können wir es, auch dank des schwachen Peso. Dafür ist, beginnend in der Lobby und endend im bescheiden ausgestatteten Zimmer, der Zauber entschwunden. Brüchigkeit und Verfall allenthalben statt einst prachtvoller Lüster, strahlender Weingläser und lärmschluckender Teppiche!