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...neulich im Einsein

empfand ich eine deutlich andere, mir schien, irgendwie erregte Caféhaus-Atmosphäre. Es raschelten mehr Zeitungsseiten, an den Tischen wurde lauter disputiert und beim (notgedrungenen) Hinhören verstand man manche Worte. Die unangenehmsten, lange nicht gehörten, kannte man nur noch aus der Literatur, z.B. der über Wiener Caféhäuser (als im ›Central‹ der Bronstein sel. beim Schach am Stundenglas der Romanoffs drehte …). Vom überlebten Kapital [oder] Imperialismus hörte man, und seiner Verkehrsform, dem Markt, dessen Clash, ja dessen Ende evident sei. Allerdings war die Metapher vorherrschend: die große Blase sei geplatzt, vom Casino-Kapitalismus sprach man [sollte so ›Kredit‹ zusammenfassend begriffen sein?], vom Theologischen des Geldes – man erinnert sich: wir bewunderten die, die tatsächlich bis zum Ende des ersten Kapitels des bekannten Marxschen Dreibänders gekommen waren und vom ›Fetischcharakter der Ware‹ zu rätseln verstanden). Kurz: der Kapitalismus des Nordens stürbe (wieder einmal, wie schon 1923, 1929, 1945, 1972), das scheint auch gegenwärtig die felsenfeste Second-hand-Überzeugung der Diskursbetreiber. Allerdings wäre man damit längst noch nicht wieder bei Marx, allenfalls zurück bei epigonalen Zusammenbruchs-Theoretikern wie Rosa Luxemburg oder Nikolai Bucharin.

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...neulich im Einstein

las ich von einem neuerlich erhobenen vornehmen Ton in der Phalanx der DDR-Versteher; diesmal wackelten nicht die Sbirren aus dem Mal d’Archive (Derrida) mit ihren Faszikeln, sondern ein veritabler Historiker brachte eine wirkliche Antiquität mit ins Tribunal – die Satrapie! Mein Gott, was für ein Wort!

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...neulich im Einstein

legte mir ein Freund das letzte Heft der Akademie-Zeitschrift spectrum (Heft 12/1990) auf den Tisch. Hier las ich meinen eigenen Nachruf: »Wir irren uns empor — in diesem kritisch-rationalistischen Quietiv stecken gleich mehrere falsche Beobachtungen, richtig daran aber ist die Wahrnehmung eines Prozesshaften, Genetischen, eines ›Stirb und Werde‹.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.