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von Ulrich Schödlbauer

Empathielose Scham: So lautet der Terminus technicus für das routinierte Absondern von Sprechblasen nach einem terroristischen Vorfall, unverzüglich von Erschütterungsarbeitern unter die Lupe genommen und auf die Frage hin untersucht, inwieweit es sich um das Absondern von Sprechblasen handelt und was dabei als verbaler Fehltritt aufs Strengste geahndet gehört. Und siehe: Untersuchung und Ahndung fließen ineinander, als seien sie seit unvordenklichen Zeiten ein und dasselbe. Ja, es gibt Betroffene diesseits der Betroffenheitsrede: die Mordopfer, die sich nicht mehr äußern können, die ›Gemeinten‹, durch Zufall entronnen, die Angehörigen der Ermordeten, schließlich alle, die noch nachträglich in einer Wiederholungsschleife aus Erschrecken und Erleichterung um ihre Liebsten bangen oder nüchtern den gestiegenen Gefahrenpegel für die eigene soziale Gruppe ins Auge fassen. Mehr oder weniger passiv, mehr oder weniger hilflos sind alle der rituellen Bekundungsmaschine ausgesetzt – es sei denn, einem von ihnen platzt unversehens der Kragen und er erfährt, wie schnell er selbst Teil dieser Maschine wird. Die Angst eines Landes ist unvergleichbar der Angst eines Einzelnen: ›Schiss‹, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, mischt sich darin mit der bangen Erwartung, als Gesellschaft am Beginn einer ›neuen‹ Gewaltserie zu stehen, die alle noch teuer zu stehen kommen wird.

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von Christiane Illgen-Weißgerber

Die Problemgruppe Nummer eins sind die berufsaktiven Menschen
(Thomas Krüger)

Die Bundeszentrale für politische Bildung und hier speziell deren Präsident Thomas Krüger (SPD) weiß es ganz genau: »Laut Studien haben Berufstätige die geringste Widerstandskraft gegenüber extremistischen Ideen« (»Mit Bildung gegen rechts«, DNN 27.08.2019). Anders ausgedrückt, die politische Erziehung erreicht das werktätige Volk nicht. Arbeiten ist rechts!? Heißt, wer arbeitet, ist aus Zeitgründen, d.h. mangelhafter Konsumtion der ›wahren‹ politischen Erziehung, rechts? Geht’s noch?

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von Lutz Götze

Man traut seinen Augen und Ohren nicht. Da hat ein Vorsitzender der Jungsozialisten ein Interview gegeben und darin einige Vorstellungen durchaus visionärer Art formuliert, die freilich, bei näherem Hinsehen, keinerlei Neuigkeitswert besitzen. So stellt er fest, dass der Zeitgeist keineswegs altruistisch, sondern in hohem Maße egoistisch und inhuman sei; weiter kann er sich vorstellen, dass eine Spekulation mit Immobilien verboten gehörte, um endlich einmal entschieden gegen Vermieterwillkür vorzugehen, nachdem sich alle Mietpreisbremsen als wirkungslos erwiesen haben.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.