von Ulrich Schödlbauer
In Wien wurde ein Brunnen aufgestellt, der die Gemüter erhitzt. Wann hat das letzte Mal ein Kunstwerk (oder dergleichen) Gemüter erhitzt? Nun ja, die Wokeness hat sich ihre Opfer gesucht und ist weiter auf der Pirsch. Antisemitismus auf der Documenta ist immer für Schlagzeilen gut, vor allem, wenn eine Ministerin mit im Spiel ist. Doch da geht es um Gesinnung und nicht um Kunstkritik. Der Brunnen aber … es ist nicht gerade der Brunnen des Lebens, um den es dabei geht, gefeiert wird nur das groß geschriebene Wir, besagter Brunnen hat das älteste Wort der Kunstkritik auf sich gezogen: Er ist hässlich, daran kann nun einmal kein Zweifel bestehen, ganz nebenher auch plump und einfallslos, falls das letzte Charakteristikum nicht als besonders pikanter Einfall durchgehen soll. Es ist richtig, wenn gesagt wird, jedes zweijährige Kind könne es besser. Denn offensichtlich fehlt es dem Objekt an dem, was noch die krakeligste Kinderzeichnung auszeichnet: an Grazie.
- Details
- Geschrieben von: Schödlbauer Ulrich
- Rubrik: Kultur
von Ulrich Schödlbauer
In den Regionen, aus denen ich stamme, kursierte einst eine feste Wortverbindung: ›journalistischer Schw**sinn‹. Gemeint war damit nicht, Journalisten seien allesamt Schw**köpfe oder ›produzierten‹ Schw**sinn. Man bewunderte einen kleinen Stamm von Journalisten für ihre Fähigkeit, ›auf den Punkt‹ zu formulieren. Nichtsdestoweniger registrierte man, dass Journalismus, gleich welcher Richtung, dazu tendiert, intellektuelle Unterdifferenziertheit durch Massendistribution zu honorieren. Der angenommene Grund lag also mehr in einer Déformation professionelle als in persönlichem Unvermögen, heute würde man sagen: in den von Journalisten bedienten Formaten.
- Details
- Geschrieben von: Schödlbauer Ulrich
- Rubrik: Kultur
von Ulrich Schödlbauer
Im September 2022 teilt der Journalist Reitschuster seinem Publikum mit, ihm habe nunmehr die vierte Bank in Serie Geschäfts- wie Privatkonto gekündigt. Der Clou an diesen Kündigungen scheint, neben der Schikane als solcher, darin zu bestehen, dass anschließend die Kundenüberweisungen ins Leere laufen. Es ist anstrengend, Journalist in Deutschland zu sein.
*
Kollegensolidarität: Achgut-Mitherausgeber Maxeiner springt dem gepiesackten Kollegen mit einem Artikel zur Seite. Wer gedacht hätte, er sei einer von vielen, sähe sich an jenem Morgen – wie auch an den kommenden – getäuscht.
*
Weiterscrollend auf Reitschusters Seiten erfährt man, dass die Polizei damals Familie und Verwandtschaft besucht hat, um sich über ihn zu unterhalten, ohne Offenlegung der Gründe. Das gemahnt flüchtig daran, dass etliche Kilometer entfernt der ›Querdenker‹ Ballweg seit sieben Monaten in Untersuchungshaft sitzt, während, folgt man den öffentlichen Einlassungen der Anwälte, die Staatsanwaltschaft sich noch immer auf der Suche nach Bestätigungen für ihren Verdacht befindet.
- Details
- Geschrieben von: Schödlbauer Ulrich
- Rubrik: Kultur
- Wie überleben im Schmutzland?
- »Du Hurensohn, du wirst keine Christensöhne unter dir haben«
- Sprachreinigung: Machtmissbrauch oder Kulturkampf?
- Relotius’ entfesselte Schrift
- Die besseren Deutschen - keine Ahnung von Schwarz-Rot-Gold
- Deutsche Krassologie. Gegenöffentlichkeit als Mythos
- »Denn sie wissen nicht, was sie tun...?«
- Regisseur Pablo Larraín: Jackie
- Die unwillkommene Kultur
- Einen Stier für Europa
- Wider die ›Leichte Sprache‹!
- Wie politisch ist die Kunst?
- Dishonest People
- Deutsch für alle
- Was sagt uns die CHARLIE HEBDO-Karikatur ›Je suis Charlie?‹
- Gespaltene Zunge
- Pussy Riot, die Übersetzerinnen
- Geist und Geld und Urheberrechte
- Politische Bildung III: mit taz-online zum Wahl-O-Mat
- Catos Orator-Rollenunion und Risikokommunikation
- Politische Bildung II: Willkommen bei welt-online
- Willkommen bei Yahoo - Informationen zur politischen Bildung
- Schreiblizenz für Udo
- Pro eklektische Rhetorik
- Kasus Kässmann
- Paul Mersmann wird achtzig
- Kondylis-Institut für Kulturanalyse und Alterationsforschung
