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von Ulrich Schödlbauer

Ulrich Schödlbauers Essay über Bevölkerungsentwicklung, Alterungs- und Migrationswirkungen, über kulturelle Ursachen der niedrigen Geburtenraten und ihre politisch-sozialen Konsequenzen erschien erstmals 2006 in Iablis unter dem Titel Bevölkerung. Über das generative Verhalten der Deutschen. Seit der Flüchtlingskrise 2015 sind die Probleme sichtbarer – und drängender – geworden, während die öffentliche Diskussion darüber weithin in Sündenbockrituale entgleist. Es erscheint daher, gerade angesichts des Wahljahrs, sinnvoll, die immer noch aktuellen Thesen erneut in die Debatte einzuspeisen. Der Essay erscheint, leicht gekürzt, in Abständen von wenigen Tagen, als eine Folge von Einzelbeiträgen.
– Die Redaktion –

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von Ulrich Schödlbauer

Vor bald hundert Jahren postulierte der Soziologe Karl Mannheim: Die Zahl der Ideen ist endlich und im Grundsatz sind alle bekannt. Ihr angemessener Gebrauch besteht folglich darin, sich mit ihrer Hilfe möglichst vorteilhaft in der Öffentlichkeit zu positionieren und sie so für die eigene Klientel nutzbar zu machen.

Seit der Kausalzusammenhang von CO2-Ausstoß und Erderwärmung unter die politischen Ideen aufgerückt ist, trägt er für viele skeptisch eingestellte Mitmenschen den Stempel des Dogmas – verständlicherweise, da wissenschaftliche Hypothesen, vor allem so extremer Art, Widerlegungsgefahren unterliegen, vor denen sich die Politik fürchtet wie der Christenteufel vorm Weihwasser. Man muss schon dran glauben, wenn’s wirken soll – von dieser Art waren alle bisher von Staaten geschlossenen Klimaabkommen und ihre ›Umsetzungen‹ in den Ländern, in denen es etwas daran zu verdienen gab.

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Netzwerk Grundeinkommen

von Wolfgang Kruse

Warum Andrea Nahles' Vorschlag eines ›Sozialerbes‹ ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber nicht weit genug geht.

Die Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen kreist neben den Fragen der Finanzierbarkeit grundsätzlich um zwei Problemkomplexe: Was ist das Ziel? Welche Gefahren sind damit verbunden?

Seine Befürworter argumentieren vor allem, dass die moderne Technologie Arbeit tendenziell überflüssig mache und deshalb eine Lebensgrundlage unabhängig von der Erwerbstätigkeit geschaffen werden müsse. Die Gegner dagegen befürchten eine dauerhafte Alimentierung unproduktiver Bevölkerungsteile, die aus dem weiterhin auf Erwerbsarbeit gegründeten gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt werden. Beide Denkweisen sind nicht per se abwegig, aber jeweils spekulativ und greifen zu kurz. Im Kern geht um vielmehr um Grundfragen gesellschaftlicher Ordnung, um ihre rechtliche Begründung und Praxis.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.