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Vom Glück, einen Nagel im Kopf zu haben

von Immo Sennewald

Unter Theaterleuten in Ostberlin war in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine geläufige Redensart, Einer oder Eine habe ›einen Nagel im Kopf‹. Solche Figuren fielen dadurch auf, dass sie sich abweichend von der Normalität verhielten. Die Normen setzte eine totalitäre Gesellschaft – also changierte die Bedeutung der Redensart: Wer einen Nagel im Kopf hatte, konnte ein Psychopath sein, ein Idiot oder jemand, der sich auf irgend mögliche Art und Weise den Regeln, Bedrohungen und Verführungen vermeintlicher Normalität durch skurriles, paradoxes oder sonstwie dekonstruktives Verhalten entzog. Jedenfalls schwang, wenn das Prädikat vom Nagel im Kopf, einem langen gar, oder – Superlativ – einem rostigen, vergeben wurde, weniger Häme als eine gewisse Achtung mit. Der Nagel im Kopf war eine mit kollektiver Erwartung unvereinbare Lebensform.

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von Markus C. Kerber

Szenen einer Ehe

Mit der Biografie über Gretha von Jeinsen der verehelichten Gretha Jünger (1906 – 1960) legt Ingeborg Villinger einen wichtigen Beitrag zur Erschließung des Werkes von Ernst Jünger und seiner Persönlichkeit vor.

Gewiss ist es nicht die Intention der Autorin gewesen, zu eben diesem Werk lediglich ein Mosaiksteinchen zu liefern. Es geht ihr vielmehr darum, die Eigenständigkeit der begabten Gretha von Jeinsen, die als Pianistin und Bühnenkünstlerin sowie als Briefschreiberin frühzeitig ihre Talente erkannte und manifestierte, zu würdigen. Gleichwohl gerät angesichts der Bedeutung des Jüngerschen Werkes und der Einzigartigkeit seiner Persönlichkeit auch der gute Wille, durch eine gewichtige Biografie, die Rolle der Frau an seiner Seite ins angemessene Licht zu rücken, stets zum complément der Würdigung des Jahrhundertschriftstellers.

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von Ulrich Schödlbauer

Den Darm mit Rotz genährt, das Hirn mit Lügen –
Benn

So mancher Scherz sah manchen Scherz verrecken,
und mancher Nerz ––
Komm, lassen wir davon!
Man soll die Nacht nicht vor dem Frühstück loben
und keiner weiß, was morgen auf den Tisch kommt.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.