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von Gunter Weißgerber

Autobiografisch? Biografisch? Ein sympathisch packender Roman über wechselvolle Zeiten mit frei erfundener Handlung und ebenso erfundenen Personen? Jede Menge zeitbezogenes Detailwissen, jede Menge Zusammenhänge, die einfach passen? Cora Stephans Roman Ab heute heiße ich Margo fesselt als Familienroman und ist gleichzeitig ein gelungenes Sittenbild über das Leben in zwei Diktaturen, die mit ihren Tentakeln in der wiedervereinigten Bundesrepublik andockten.

Cora Stephan hat als Anne Chaplet das Krimischreiben geübt, was der Geschichte anzumerken ist, die bis zum Schluss die Spannung hält. Am Ende steht die anfängliche Frage noch immer im Raum: Was ist (auto-) biografisch, was wurde beigemischt? Für das erste Drittel des Buches vermutete ich biografische Elemente. Einige Geschehnisse gingen dadurch mental näher als Erzählungen es für gewöhnlich zu erzeugen vermögen. Aber vielleicht ist das auch nur der Eindruck, weil die Autorin ihre Figuren so lebensecht agieren lässt.

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Paris ächzt unter einer erbarmungslosen Sonne, saharaähnlich. Im Süden des Landes, so ist zu hören, seien mehr als 45 Grad gemessen worden, mehrere Menschen bereits in Seen und Flüssen ertrunken. Landesweit haben die Schulen geschlossen und bieten stattdessen Notunterkünfte sowie kalte Getränke an. Frankreich befindet sich im Ausnahmezustand.

Paris ohnehin. Die Hauptstadt mit ihren zehn Millionen Einwohnern ist um eine weitere Million angewachsen: Touristen aus aller Herren Länder, zumeist Chinesen, Japaner, Deutsche, Engländer und Russen. In Riesenzahl vertreten aber sind US-Amerikaner und -Amerikanerinnen. Der Grund? Zum einen die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen und die Hoffnung, ihre Landsfrauen könnten gewinnen. Zum zweiten folgen Tausende, demokratisch gesonnen, ihrem früheren Präsidenten Obama, der gerade samt Familie in Südfrankreich Urlaub gemacht hat. Sonderbare Amerikaner!

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von Ulrich Schödlbauer

Es wäre schon schön, sprach der Strauß zum Emu, wenn in diesem Land nicht alle immerfort den Kopf in den Sand stecken würden, in der irren Hoffnung, die Kavalkade der Schnapsfiguren wäre vorüber, wenn sie ihn wieder herausziehen. Wie irre ist das denn? Trunkenheit am Steuer muss geahndet werden, solange es Steuer gibt. Wird Fahren autonom, kann man sich seinen Mitfahrenden zudrehen und abwarten, wohin das führt. Wohin wird es schon führen?

Das kann ich dir sagen, sprach der Emu, es führt nicht zu mehr Kontrolle, wie die Leute meinen, sondern dazu, dass Bewegung und Kontrolle miteinander verschmelzen und eins werden. Was das bedeutet, weiß heute keiner. Nachher werden es alle wissen. Daher geht es uns im strikten Sinne nichts an. Was uns angeht...

Hör mal, sprach der Strauß zum Emu, willst du sagen, dass uns nichts angeht, was alle angeht? Das finde ich jetzt ... gewöhnungsbedürftig.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.