von Peter Brandt
Liebe Laura, lieber David, lieber Felix, liebe Trauergemeinde!
Ich stehe hier auf Wunsch von Ulrich, dem sich Renates Kinder, die dann auch Ulrichs Kinder wurden, angeschlossen haben, und ich will den Versuch machen, etwas über diese beiden ganz besonderen Menschen zu sagen. Anregungen von Jobst Landgrebe und Herbert Ammon, meinem Freund und geistigen Gefährten seit 46 Jahren, gehen in meine Ansprache ein.Als ich Renate kennenlernte, gab es Ulrich für sie noch nicht – oder ich hatte etwas nicht mitbekommen (was mir durchaus zuzutrauen wäre). Sie studierte im Nebenfach Geschichte – im Hauptfach natürlich Literaturwissenschaft. Und sie hatte ein von mir angebotenes Präsenzseminar in Hagen besucht, wo sie mir – und das galt übrigens auch für meine damaligen Historiker-Kollegen – auffiel: eine gut aussehende, einnehmende und vor allem kluge Frau – die weibliche Emanzipation in Person ohne jedes Brimborium – und ohne das aufzugeben, was wir, die Kerle, an den Frauen doch nicht zuletzt auch schätzen.
Ich fragte sie dann, ob ich nach Köln mitfahren dürfte. Was ich da wollte, weiß ich nicht mehr. Wir redeten buchstäblich über Gott und die Welt, auch über das Verhältnis der – darf man das noch sagen? - beiden Geschlechter. Kein Flirt, aber ein Gespräch, das immer vertrauter wurde, und es wurde schnell klar, ohne dass das ausgesprochen wurde, dass sich zwei diesbezüglich unglückliche Menschen austauschten. Ich habe etliche Jahre später das Glück meines Lebens gefunden. Susanne, die heute mit mir gekommen ist, hat Renate sehr geschätzt und gemocht – und um vorwegnehmend auch das zu erwähnen, mich noch in der ersten Monatshälfte ermutigt, Ulrich zur Seite zu stehen, was immer sonst anlag.
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- Geschrieben von: Peter Brand
- Rubrik: Geschichte
von Herbert Ammon
Die Erinnerung an die ›Weiße Rose‹, an den Widerstand der Geschwister Scholl und ihrer Freunde, gehört zu den historischen Gedenkriten der Bundesrepublik Deutschland. Doch wie Geschichtsschreibung allgemein stets im jeweiligen Zeithorizont stattfindet, so unterliegt Gedenken – damit auch die Geschichte der ›Weißen Rose‹ – dem zeitlich entrückten Deutungsinteresse der politischen Gegenwart.
Im öffentlichen Bewusstsein sind etwa bis heute – im Unterschied zu den Geschwistern Scholl, Kurt Huber sowie Hans Leipelt, dem Verbindungsmann zum Münchner Widerstandskreis – die Namen von sechs Angehörigen des Hamburger Zweiges der ›Weißen Rose‹, die noch bis kurz vor Kriegsende im Gefängnis und in Konzentrationslagern zu Tode kamen, wenig präsent. Die Hamburger Widerstandsgruppe um den Buchhändler Felix Jud sowie den linksorientierten Heinz Kucharski war im Herbst 1943 durch Verrat eines französischen Gestapospitzels aufgeflogen. Dem am 17. April 1945 vom ›Volksgerichtshof‹ Hamburg zum Tod verurteilten Heinz Kucharski gelang kurz vor seiner Exekution bei einem Bombenangriff die Flucht.
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- Geschrieben von: Ammon Herbert
- Rubrik: Geschichte
von Helmut Roewer
Zeitungsverbot und Haftbefehl gegen den berühmten Schriftsteller Gustav Freytag und dessen Flucht aus Preußen nebst einigen Bemerkungen über das unkonventionelle Handeln der preußischen Kein-Krieg-mit-Russland-Fraktion
In nostalgischer Verklärung wird von den letzten überlebenden Konservativen die Rechtsstaatlichkeit Preußens hoch gelobt. Doch die Preußen konnten auch anders. Oder besser: einzelne von ihnen, wenn sie an der Macht waren.
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- Geschrieben von: Roewer Helmut
- Rubrik: Geschichte
- Immanuel Kant zum 300. Geburtstag
- Der Rathenau-Mord
- Deutsch-russisches Geben und Nehmen. Zwei historische Miniaturen
- Zum Tode von Reinhard Rürup
- Vor 60 Jahren: Der Landesverrats-Prozess gegen Viktor Agartz 1957
- Der linkssozialistische Intellektuelle Arno Klönne (1931-2015) als Grenzgänger
- Willy Brandt – ein großer Deutscher und Europäer
- Nachruf auf einen originellen Denker
- Ein Grenzgänger des 20.Jahrhunderts: Leo Kofler
- Die Widerstandskämpferin Annedore Leber als Journalistin, Autorin, Politikerin und Verlegerin
- Die Vielfältigkeit des europäischen Sozialismus
- Das dritte Leben des Viktor Agartz
- Ehrenfester Republikaner und andauernder Skandal
- Zirl / Cécile Steingart (1916-2013)
- Der DDR-Historiker Ernst Engelberg
- Chaim Zhitlowsky
- Gut gemacht, Eric Hobsbawm
- ›Die Schura‹
- Friedrich Heitmüller und seine Auseinandersetzung mit Kirche und Staat in der Weimarer Republik
- Die politische Theologie Dietrich Bonhoeffers
- Demokratie und Kapitalismus: Freunde oder Feinde?
- Zum Tod von Jiri Dienstbier (1937-2011)
- Feder und Schwert: Leo Trotzki (1879-1940)
- Das Zeitalter des Eric Hobsbawm
- Ein Signal an Seydlitz über Madame Kollontai
- Meister des Ausgleichs – Der DGB-Vorsitzende Ernst Breit
- Dietrich Bonhoeffer – christlicher Abendländer und deutscher Patriot
- Erinnerung an einen Chronisten der DDR
- 13 Mäuse für Deng Aus der Sturm- und Drang-Zeit eines Staatsbaumeisters
