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von Richard Schröder

Petra Köpping hat in diesem Buch ihre Forderung nach einer Wahrheitskommission für die Nachwendezeit untermauert, die das Unrecht und die Kränkungen zur Darstellung bringen soll, die Ostdeutschen namentlich durch die Politik der Treuhandanstalt widerfahren seien. Denn diese habe im Interesse der westlichen Konkurrenz überlebensfähige ostdeutsche Unternehmen ruiniert, dadurch Existenzen vernichtet und Lebensleistungen zerstört. Jene Demütigung transformiere sich nun in den Hass und die Wut ostdeutscher Demonstranten, etwa bei Pegida.

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von Gunter Weißgerber

Mit Rudolf Augstein habe ich mich noch nie groß beschäftigt. Er war eine wichtige Person der Zeitgeschichte und ohne seinen Spiegel, der in der DDR zur gleichsam begehrten wie gefährlichen Konterbande gehörte, wäre auch mein politisches Leben ärmer gewesen.

Irgendwie schien mir Rudolf Augstein der große Gegenspieler zu Axel Cäsar Springer gewesen zu sein. Beide lagen an unterschiedlicher Stelle oft richtig. Im Nachhinein lag Springer sogar öfter richtig als Augstein. Der wiederum Springer etwas voraus hatte: ein kurzes Stück bundesparlamentarische Erfahrung. Rudolf Augstein glaubte 1972, Bundespolitik sei ein einfacher Nebenjob und ging auf der FDP-NRW-Landesliste in den Bundestag. Schnell merkte er, die Mühen der Ebene erfordern mehr als gutes Schreiben und 1973 entschwand er wieder in den Spiegel.

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von Michal Reiman

Das Jahr 1968 war nicht nur in Prag, sondern in ganz Mitteleuropa ein politisch ereignisreiches Jahr, was damals auch Prag beeinflusst hat. Seither sind aber schon 50 Jahre vergangen, die Menschen, die diese Zeit aktiv miterlebt haben, sind heute zum größten Teil nicht mehr unter uns, oder sie sind etwa in meinem Alter. Das, was damals geschah und eine wesentliche Rolle in unserem Leben spielte, steht der Mehrheit der Gesellschaft heute nicht mehr so nah wie damals. Doch wenn jemand lange Jahre in einer totalitären Gesellschaft gelebt hat, die sich dann für wenige Monate in eine freie, demokratische Gesellschaft verwandelte, so ist das ein Erlebnis, das man kaum vergessen kann. Aber ich denke, gerade hier, in Berlin, muss das nicht allzu lange erklärt werden.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.