Ulrich Siebgeber: Der Stand des Vergessens


von Ulrich Siebgeber

Das Getümmel um die Chemnitzer Vorgänge lichtet sich und die Deutungslinien treten hervor. Wer sich nicht eindeutig ›gegen Rechts‹ positioniert, indem er öffentliche Plätze und Straßen meidet, sobald absehbar wird, dass sich sein demokratischer Protest mit den anrüchigen Darbietungen der völkischen Szene mischen könnte, muss künftig damit rechnen, von den Mehrheitsmedien selbst dieser Szene zugerechnet zu werden. ›Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns‹ –: das demokratische Lichtschwert teilt die Republik absolut...

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Banksy mural in Highbridge section of the Bronx. By Manhatta [CC BY-SA 4.0  (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

von Ulrich Siebgeber

Der Taschenspieler Tschipek, der später viel als Philosoph arbeitete (nicht zu verwechseln mit dem taschenspielernden Philosophen Žižek), hat als Junge zuviel Ljubljanicawasser geschluckt; das führte dazu, dass er für alle Probleme, die man ihm vorlegt, eine brachiale Lösung zu besitzen behauptet: »Der Klassenkampf«, pflegt er auszuführen, »ist der Schlüssel zu einer Sache, die weder Tür noch Schloss besitzt.« Die wahre Natur der Besitzergreifung sei daher der Einbruch. »Ich persönlich bevorzuge die direkte Aktion, aber nicht vor Einbruch der Dunkelheit. Das erleichtert das Weglaufen.«

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Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26908795

von Ulrich Siebgeber

Schnaps ist Schnaps und Politik ist Politik. Das Wort ›Klimaskeptiker‹ ist Politik, das Wort ›Klimaleugner‹ desgleichen. Soweit ist nichts gegen sie einzuwenden. Politik muss unterhaltsam sein, sonst verläuft sich die Kundschaft. Fragt man einen Klimaskeptiker, wogegen seine Skepsis sich denn nun richte, dann antwortet er in der Regel: gegen die Annahme, der Klimawandel sei menschengemacht. Fragt man ihn...

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