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Lenin und die Oktoberrevolution.

von Holger Czitrich-Stahl

Der an der Berliner Freien Universität lehrende Stefan Bollinger veröffentlichte im 100. Jubiläumsjahr der beiden russischen Revolutionen gleich zwei Bücher zur historischen Erinnerung an diese Epochenzäsur von 1917. Er unternimmt in seinen beiden Büchern über die Oktoberrevolution und ihr historisches Erbe und über ihren Hauptprotagonisten Wladimir I. Lenin den Versuch, Weltereignis und Hauptprotagonisten voneinander zu trennen. Im Vorwort zum Lenin-Band macht Bollinger den Hintergrund deutlich: Die Identifikation der Oktoberrevolution mit der Person Lenins, des einstmaligen Aufbruchs einer sich als Alternative zum Kapitalismus verstehenden Bewegung mit seinem Schrifttum und seinem politischen Wirken gehört der Vergangenheit an. Durch den Zusammenbruch des Staatssozialismus sowjetischer Prägung geriet auch sein Wegbereiter immer mehr in Vergessenheit oder wurde mehr oder minder dämonisiert. Bollinger möchte beiden, der Oktoberrevolution und ihrem bedeutendsten Kopf, differenziert begegnen, um standortgebundene Bewertungen überwinden zu können.

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von Herbert Ammon

Inwieweit in einer zusehends multiethnisch und multikulturell divergierenden und desintegrierenden Gesellschaft wie der Bundesrepublik Deutschland allgemein der historischen, insbesondere der nationalgeschichtlich orientierten Erinnerung überhaupt noch Bedeutung zukommt, scheint fraglich. Das gilt im Blick auf die Zukunft selbst für die Geschichte und die symbolische Wirkkraft des Holocaust, des zentralen Bezugspunkts deutschen Gedenkens in der Gegenwart.

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von Christoph Jünke

Als er die Nachricht bekam, soll sich der Vater der westdeutschen Demokratie, Bundeskanzler Konrad Adenauer, seinem Tross von Mitarbeitern und Journalisten halb überrascht und halb triumphierend zugewandt und ausgerufen haben: »Nun raten Se mal, meine Herren, wat da soeben passiert ist. (…) Den Agartz haben se verhaftet!« Das war am 25. März 1957. Und auch wenn sich heute nur noch wenige an den Namen Viktor Agartz erinnern, war doch der streitbare Gewerkschafter und radikale Sozialdemokrat eine der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Innenpolitik der 1950er Jahre.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.