Ulrich Siebgeber: Der Stand des Vergessens


Man möchte ihn, als Gedanken, nie­man­dem zumuten, aber der Pop­ulis­mus ist nicht eigentlich der Wun­sch, pop­ulär zu sein, also der beständige Antrieb, dem Volk nach dem Mund zu reden, während man es von Herzen ver­achtet, son­dern ein The­men­park, dessen Bear­beitung anson­sten der Polizei und den Gerichten über­lassen bleibt – also das Verächtlich­machen Ander­s­denk­ender, die Beschimp­fung des Nach­barn, mit dem man an einem Tisch sitzt, sobald es etwas zu holen gibt, das dauernde Streben, für die eigene Klien­tel mehr her­auszu­holen, als bei nüchterner Betra­ch­tung ›drin‹ ist, die Selb­st­be­di­enung bei vollen (oder auch leeren) Kassen, also das ganz nor­male Handw­erk des – nein, nicht des poli­tis­chen, dem Gemein­wohl verpflichteten Men­schen, son­dern des Men­schen, der sich gehen lässt, nur eben in der Poli­tik oder ›im Poli­tischen‹, falls der kleine Unter­schied auf­fällt. Aus diesem Grunde han­delt es sich um eine klas­sis­che Fremdzuschrei­bung, man kann auch sagen, um eine Belei­di­gung Ander­s­denk­ender, jeden­falls um eine Denun­zi­a­tion, dik­tiert durch allzu große Nähe: man kennt sich, man hasst sich, man reibt sich, man hat einan­der intus, man möchte einan­der loswer­den: so geschehen (und gese­hen) im Fall des Linkspop­ulis­mus, der klas­sis­chen Abwe­ichung von der dog­menges­teuerten Linie nach dem Motto: Wir wollen die Zukunft jetzt.

0
0
0
s2smodern
powered by social2s

Tagaus tagein bere­ichert das Fernse­hen unser Leben. Davon lässt sich doch eine Scheibe abschnei­den, oder nicht? Nehmen Sie das ruhig wörtlich – es kön­nte sein, dass Sie diese Scheibe, dieses ... Scheibchen vielle­icht noch ein­mal benöti­gen wer­den. Respond or die. Nie gehört? Auf welchem seli­gen Plan­eten leben Sie denn? Sie fluchen? Nein, nicht diese Töne, das ver­bitte ich mir. Ich bin Human­ist. Was habe ich gesagt? Ups, das habe ich gesagt. Oder, richtiger: »Oooops!« – Comic-Sprache, ja gewiss, was ist daran auszuset­zen?

0
0
0
s2smodern
powered by social2s