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Herbert Ammon ist Historiker und politischer Publizist. Bis 2003 lehrte er als Dozent für Geschichte und Soziologie am Studienkolleg für ausländische Studierende der Freien Universität Berlin. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen deutsche und amerikanische Geschichte, Ideengeschichte sowie politische Philosophie.

Truth-Bewegung

von Herbert Ammon

Erster Teil

I

Um mit all den Widrigkeiten des Lebens zurechtzukommen, bedienen sich die Menschen des psychologischen Mechanismus der Komplexitätsreduktion. Was für die Psychologie gilt, trifft auf andere Weise auf die Welt der Politik zu. In der simpelsten Form begegnet uns das Muster zur Erklärung schwieriger Kausalitäten oder komplexer Problemlagen in Gestalt von Verschwörungstheorien. Als bekanntes historisches Beispiel gilt die von Parteigängern der französischen Konterrevolution zur Erklärung der Revolution bemühte freimaurerische Verschwörung, die wiederum von einigen Adepten bis in die Gegenwart auf die Illuminaten von Ingolstadt, den von dem Kirchenrechtler und Aufklärer Adam Weishaupt (geb. 1748 in Ingolstadt, gest. 1830 als Hofrat in Gotha) anno 1776 gegründeten Geheimbund zurückgeführt wird.

Weiterlesen ... Die Komplexität des Politischen

Merkel-Raute

von Herbert Ammon

I.

In einem Artikel für den Berliner Tagesspiegel beklagen Antje Vollmer und Peter Brandt das Fehlen einer linken Alternative zur seit nunmehr zwölf Jahre anhaltenden »Alternativlosigkeit« in der deutschen Politik. Vom angestrebten Ziel ins Kanzleramt seien die Sozialdemokraten derzeit weit entfernt, und es führe auch kein Weg »der politischen Linken zurück zu gesellschaftlichen Mehrheiten«. Ungeachtet dieser ernüchternden Diagnose fordern Vollmer-Brandt: »Raus aus der Gefangenschaft der Merkel-Politik!« (Der Tagesspiegel vom 5. 6. 2017) .

Weiterlesen ... Alternativlos gefangen?

 Frauenkirche Dresden

von Herbert Ammon

I.

Es geht um die Schuld, um die deutsche Schuld, um die Dresdner Schuld und die korrekte Art des Gedenkens an die Dresdner Bombennacht und den Morgen des 13./14 Februar 1945. Der Verlauf des Gedenkens anno 2017 war abzusehen: Wenn hierzulande getrauert werden soll, kommt es in der Regel zur Inszenierung eines deutschen Trauerspiels, mit einigen – eingeplant – spontanen, ans Groteske reichenden Szenen, die den medial einbezogenen Zuschauer als Bürger, ›der schon länger hier lebt‹ (dixit Angela Merkel) ob ihrer Peinlichkeit mit Trauer, Scham und Bitternis erfüllen. Wie dieser Tage erneut angesichts der Bilder aus in Dresden.

Weiterlesen ... Syrische Kunst und sächsische Schuld

Weitere Beiträge

  1. Amanda West Lewis: The Pact, Markham, Ontario – Brighton, Mass. (Red Deer Press) 2016, 352 Seiten.
  2. Kerop Bedoukian: The Urchin. An Armenian’s Escape, London (John Murray) 1978, 192 Seiten
  3. Freya Klier: Wir letzten Kinder Ostpreußens: Zeugen einer vergessenen Generation, Freiburg im Breisgau (Herder) 2014, 458 Seiten
  4. Geoffroy de Lagasnerie: Die Kunst der Revolte. Snowden, Assange, Manning, Berlin (Suhrkamp ) 2016, 140 Seiten
  5. Flüchtlingsströme - Einspruch gegen die leichthändige Behandlung eines schwierigen Themas
  6. Der Realist und Patriot Egon Bahr (1922-2015)
  7. Aus historischer Distanz: Eine Kritik der Vernünftigkeit des Wirklichen
  8. Fragen zu deutschem Gedenken unter den Bedingungen einer neuen Gesellschaft
  9. Zum Jubiläum des Mauerfalls: Drei Sozialdemokraten über die ungeraden Wege zur deutschen Einheit
  10. Vor und nach »1968«: Die nationalen Unterströmungen in der westdeutschen Neuen Linken
  11. Politische Bildung VIII: Tattoos für die Menschenrechte
  12. Kritik eines protestantischen Sendschreibens an Papst Franziskus
  13. Politische Bildung VII
  14. Politische Bildung VI: Westerwelles schutzfähige Opposition und Obamas Chemielabor für Syrien
  15. Annus mirabilis 1989: Zur Vor- und Nachgeschichte einer Begegnung
  16. Zum Unfrieden in Nahost: unbequeme Faktenlage
  17. Europäische Soziokultur, Ostern 2013
  18. Betrachtungen zur realen Verfassung der EU
  19. Zur Geschichte deutschen Widerstands: General Olbricht, Planer des Unternehmens »Walküre«
  20. Nachösterliche Betrachtungen
  21. Zu Wulffs Abgang und Gaucks Wiederkehr
  22. Politische Bildung V: Mit preußischen Tugenden ins Neue Jahr
  23. Die neue Werteordnung in Libyen
  24. Erhellendes aus dunklen Zeiten: Die Dodds in Berlin
  25. Der ersehnte dritte Weg
  26. Im Zweifelsfall für Yahoo! Anmerkungen zum Mutti-Talk und das Neueste von Yahoo!
  27. Politische Bildung III: mit taz-online zum Wahl-O-Mat
  28. Politische Bildung II: Willkommen bei welt-online
  29. Die politische Theologie Dietrich Bonhoeffers
  30. Zum Tod von Jiri Dienstbier (1937-2011)
  31. Willkommen bei Yahoo - Informationen zur politischen Bildung
  32. Königgrätz, Koblenz, Kreisau: Orte der Moltkes
  33. Sarrazin und die Zukunft der Deutschen: Die Abwicklung eines ›Falles‹ als Abkehr von der Wirklichkeit
  34. Ein Signal an Seydlitz über Madame Kollontai
  35. Deutsch-nationale Irrungen / Wirrungen im steigenden Fußballfieber
  36. Ein alter Tory als Mythenzertrümmerer
  37. Dietrich Bonhoeffer – christlicher Abendländer und deutscher Patriot
  38. Weniger rechtsextremistisch als antizivil. Zur Bewusstseinslage von Jugendlichen in Ost und West
  39. Von der Revolution überraschte Oppositionelle
  40. Mit grobem Knüppel gegen die Botschaft von St. Marx
  41. Vertreibungen: Ungereimtes und Unbequemes zum ungeliebten Thema
  42. Patriotische Dissidenten vor 1989
  43. »Weder rechts noch links«. Französische Geistesverwandte der Konservativen Revolution
  44. Die geschichtliche Tragik der »Weißen Rose« und die politische Moral der Nachgeborenen
  45. Neue Geopolitik? Vom begrenzten Nutzen der reinen Frankfurter Theorie
  46. Eine Kritik der deutschen Zivilreligion aus dem Geist der Tragödie
  47. Politische Semantik: Zur Durchsetzung von Begriffen im herrschenden Diskurs