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Herbert Ammon ist Historiker und politischer Publizist. Bis 2003 lehrte er als Dozent für Geschichte und Soziologie am Studienkolleg für ausländische Studierende der Freien Universität Berlin. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen deutsche und amerikanische Geschichte, Ideengeschichte sowie politische Philosophie.

Wikipedia-Eintrag

von Herbert Ammon

Kaum noch Hoffnung – ein Brite betrauert die Selbstaufgabe Europas

Die Zukunft Europas scheint – ungeachtet der sich der EU-Einwanderungspolitik widersetzenden östlichen Mitteleuropäer – vorgezeichnet: In Brüssel bereitet die EU-Kommission derzeit eine Revision der Dublin-Verordnung von 2003 vor, die den Zustrom von Asyl beanspruchenden Immigranten eindämmen sollte. Der Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ›fordert‹ – er darf das – weitere Einwanderung nach Europa. Wenn sodann Deutschland, ungeliebte ökonomische Führungsmacht der EU, nach der verantwortungslosen Grenzöffnung für weit über eine Million von realen und vermeintlichen Flüchtlingen anno 2015 gemäß Koalitionsvereinbarungen fortan jährlich über 200 000 Asylbewerber aufnehmen will, so dürfte dies – in Korrelation mit der bereits stattfindenden Bevölkerungsentwicklung – in wenigen Jahrzehnten auf eine kulturelle und soziale Revolution hinauslaufen, wie sie der Alte Kontinent seit dem Ende des Römischen Reiches nicht erlebt hat.

Weiterlesen ... Douglas Murray: The Strange Death of Europe. Immigration, Identity, Islam, London – New York –...

von Herbert Ammon

Inwieweit in einer zusehends multiethnisch und multikulturell divergierenden und desintegrierenden Gesellschaft wie der Bundesrepublik Deutschland allgemein der historischen, insbesondere der nationalgeschichtlich orientierten Erinnerung überhaupt noch Bedeutung zukommt, scheint fraglich. Das gilt im Blick auf die Zukunft selbst für die Geschichte und die symbolische Wirkkraft des Holocaust, des zentralen Bezugspunkts deutschen Gedenkens in der Gegenwart.

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Spezifizierte Konplexität

von Herbert Ammon

Zweiter Teil

I

Durch eine Serie von Verträgen (von Maastricht 1992 bis Lissabon 2007) – in summa eine Art Ersatzverfassung – scheinen in Europa die alten, in Krieg und Zerstörung ausufernden Antagonismen zum Nutzen aller in Form eines ›Staatenverbundes‹ – eine Wortschöpfung des deutschen Bundesverfassungsgerichts – endgültig aufgehoben zu sein. Auf der Basis eines Wohlstand generierenden freien Marktes sind gemeinsame Institutionen sowie ein europäisches Rechtssystem – und Machtgeflecht – entstanden, die gegründet auf gemeinsame Werte und getragen vom Willen zu Konsens und Kooperation, dauerhaft Frieden und Freiheit in Europa sichern sollen. Von der ungeklärten Lage auf dem Balkan abgesehen, erscheint dieses Selbstverständnis der Europäischen Union zutreffend.

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