Weißgerber Gunter

Gunter Weißgerber, Publizist, geboren 1955, SPD-Abgeordneter des Deutschen Bundestages 1990-2009, von 1990 bis 2005 SPD-Landesgruppenvorsitzender Sachsen in der SPD-Bundestagsfraktion, zählt zu den Gründungsmitgliedern der SPD in der DDR (SDP). Er trat als Redner bei den Leipziger Montagsdemonstrationen auf und gehörte von März bis Oktober 1990 der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an und zählte zu den 144 von der Volkskammer gewählten Abgeordneten, die am 3. Oktober 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages wurden.

Wikipedia-Eintrag

Von Ermell - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56903852

von Gunter Weißgerber

Die SPD will sich erneuern, was immer das bei 450 000 Mitgliedern bedeuten mag. Einen Austausch durch neue Mitglieder wird es jedenfalls nicht geben können. Der Personen- und Ideenpool wird bleiben und mit ihm der bekannte Wettstreit um innerparteilich mehrheitsfähige Grundlinien. Ob dann diese innerparteilich erneut herauszukristallisierenden Politikansätze außerparteilich – beim undankbaren Wahlvolk – ankommen und vor allem dort begrüßt werden, das weiß niemand wirklich.

Weiterlesen ... Ein Leben ohne Ferdinand Lassalle und Mark Twain ist für die SPD möglich, aber sinnlos
Cast of a sitting victim of the eruption of Mount Vesuvius, 79 CE, Pompeii, Italy (Detail) - von Jebulon [CC0], Wikimedia Commons

von Gunter Weißgerber

Für die SPD begann alles am 1. März 1863. Ferdinand Lassalle formulierte sein 37-seitiges »Offnes Antwortschreiben« an die Leipziger Arbeiter. Die waren begeistert und nahmen den Text am 23. Mai 1863 als Gründungsurkunde des »ADAV« an. Die Sozialdemokratie als Arbeiterpartei war damit geboren: »Die Arbeiter müssen sich, so Lassalle, zu einer eigenen Partei zusammenschließen, ihre Interessen bündeln und so genannte Assoziationen (Produktivassoziationen oder »Genossenschaften«) bilden, um ihre ›legitimen Interessen befriedigen zu können‹«.

Weiterlesen ... Alles Geschichte. Die Historische Kommission der SPD kann gehen

von Gunter Weißgerber

Es war einmal ein junges Mädchen. Am liebsten hätte es wohl in der Welt von ›Tausendundeine Nacht‹ gelebt. Eine fremde, schöne Welt mit viel Glück am Wege. So wie es Märchen oft eigen ist.

Niemand, schon gar nicht ein Kind, nimmt den Inhalt eines Märchens wortwörtlich. Irgendwie klappt das mit dem Ausblenden, dem Überlesen auch sehr schlimmer Dinge in Geschichten, die uns doch so gefallen. So entstand wohl nie Mitleid mit der Hexe, die von Hänsel und Gretel verbrannt wurde. Auch glaubten wir, dass diese Hexe mit Hans und Grete Grausames vorhatte. Unsere Eltern, die es sicher besser wussten, was angeblichen Hexen an Folter angetan worden war, um den armen Geschöpfen abstruse Geständnisse zu entlocken, schützten uns vor den Wahrheiten hinter den Märchen. Niemand wollte uns die schönen Mythen zerstören. Schön sollten wir es haben.

Weiterlesen ... Antje Sievers: Tanz im Orient-Express, Berlin (Achgut Edition) 2018, 150 Seiten

Weitere Beiträge

  1. Ulrich Schödlbauer/Joachim Vahland, Das Ende der Kritik, Berlin (Akademie Verlag) 1997, Reprint Berlin (De Gruyter) 2018
  2. Wir brauchen einen neuen Pakt zwischen dem Staat und seinen Bürgern
  3. Klaus-Henning Rosen: Grenzland. Meine Zeit mit Willy Brandt, Bonn (Dietz) 2017, 328 Seiten
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  7. Vom 2. Mai zum 9. November 1989
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